Mit dem Hom-Bot Square schickt LG die dritte Generation ihres erfolgreichen Staubsauger Roboters ins Rennen. Wir haben das Gerät genauer unter die Lupe genommen und die Verbesserungen im Vergleich zum Vorgängermodell Hom-Bot 2.0 untersucht. Wir wollten wissen, wie sich die dritte Generation des Saugroboters im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

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Was verspricht der LG Hom-Bot 3.0?

LG bewirbt seine neuste Robotergeneration mit folgenden Eigenschaften: Einer quadratischen Form, welche der Eckenreinigung zugute kommen soll; einem Turbomodus, der das Ergebnis auf Teppichen verbessern soll; einer geringen Lautstärke und einem neuartigen Lernmodus. Besonders der letzte Punkt hat uns überrascht. Denn einen Staubsauger Roboter, der sukzessive mit jedem Reinigungsvorgang dazu lernt, hat es bislang noch nicht gegeben. Dementsprechend gespannt waren wir, ob LG mit diesem Feature halten kann, was es verspricht.

Inhaltsverzeichnis

Lieferumfang

Der LG Hom-Bot 3.0 in der FrontansichtDer Hom-Bot 3.0 ist auf dem deutschen Markt in zwei Versionen erhältlich. Dem Modell 6260 LVM und der etwas teureren Variante 6270 LVMB. Beide Ausführungen sind im Unterschied zum Vorgänger und auch den meisten anderen Staubsauger Robotern nicht rund, sondern quadratisch (mit abgerundeten Ecken). Aus diesem Grund wird der Hom-Bot 3.0 häufig auch als Hom-Bot Square bezeichnet.

Beide Geräte besitzen eine Oberfläche in “Klavierlackoptik”. Wir finden das eigentlich ganz chic, sind uns aber bewusst, dass es nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte. Zudem erkauft sich LG damit auch die altbekannten Nachteile, die sich in einer Anfälligkeit für Fingerabdrücke und schnell sichtbaren Staubschichten äußern. Insbesondere Kratzer – die bei einem Saugroboter mit der Zeit auftreten können – sind auf solch einer Oberfläche unschön.

Über das Design des Hom-Bot Square lässt sich also hervorragend streiten. Nichtsdestoweniger zeigt sich hier ein Trend. Haben die Saugroboter-Hersteller in der Vergangenheit den Fokus rein auf die Funktionalität beschränkt, scheint eine ansprechendes Design mittlerweile unabdingbar zu sein. Aber seien wir ehrlich. Wenn wir schon einen Staubsauger Roboter samt Ladestation irgendwo im Raum rumstehen haben, dann sollte sich dieser auch möglichst geschmackvoll in das bestehende Mobiliar einfügen. Ob der Hom-Bot diesen Geschmack trifft muss allerdings jeder für sich entscheiden.

Es gilt festzuhalten, dass LG ähnlich wie Samsung bei seinen Navibot-Topmodellen, nicht an der Verarbeitungsqualität gespart hat. Bei unserem Hom-Bot Testgerät stimmten sämtliche Spaltmaße. Lediglich die Klappe zur Entnahme des Staubbehälters hat beim Öffnen manchmal ein bisschen geklemmt, was aber nicht als zu schwer wiegt.

Im Lieferumfang des Hom-Bot 3.0 ist neben der obligatorischen Ladestation, dem Staubbehälter, einem HEPA-Filter der Stufe 11, einer Reinigungsbürste, einer Fernbedienung, und der Bedienungsanleitung, auch ein Microfaser-Wischmopp inkl. Befestigungsvorrichtung enthalten. Diese kann optional an der Unterseite des Hom-Bot angebracht werden und soll so die Schmutzaufnahme noch mal verbessern. Zudem wird bei der Version 6270 LVMB eine spezielle Teppichbürste – der sogenannte “Carpet Master” – mitgeliefert.

Der Hom-Bot Square besitzt im Inneren einen USB-Anschluss über den sich Software-Updates einspielen lassen. Auf diesen Punkt kommen wir auch später noch mal zu sprechen.

Funktionsweise

Seit dem ersten Hom-Bot setzt LG in Sachen Navigation auf Kameratechnik und auch bei der aktuellen Generation kommt diese wieder zum Einsatz. Laut LG wurde die Technik mit dem Hom-Bot 3.0 nochmals verbessert und wird nun als “Dual Eye 2.0” beworben.

Der LG Hom-Bot 3.0 in der SeitenansichtEine nach oben gerichtete Kamera filmt während des Saugvorgangs permanent die Decke. Somit ist der Staubsauger Roboter in der Lage eine virtuelle Karte des Raums anzulegen. Anhand erkannter Muster und Strukturen in der Raumdecke weiß der Saugroboter, wo er sich im Zimmer befindet und wo er schon gesaugt hat. Soweit die Theorie. In der Praxis hat dieses Prinzip allerdings so seine Tücken. Wie wir beispielsweise bei den Saugrobotern von Samsung feststellen mussten, machen sich verändernde Lichtverhältnisse den Geräten zu schaffen.

Die korrekte Erkennung der zuvor abgespeicherten Muster ist nicht immer fehlerfrei möglich, was dazu führt, dass der Roboter im Raum umher irrt, Bereiche auslässt oder bereits gereinigte Stellen noch ein zweites Mal anfährt. Auch eine Reinigung im Dunkeln stellt diese Geräte vor Herausforderungen. Gerade in den Wintermonaten, wo es bereits am späten Nachmittag dunkel ist kann dies zum Problem werden.

LG hat allerdings eine Lösung parat. So ist im Hom-Bot Square noch eine weitere Kamera verbaut. Im Gegensatz zur ersten Kamera ist diese nicht auf die Raumdecke, sondern auf den Fußboden gerichtet. Das Prinzip ist dabei grundsätzlich dasselbe. Die Kamera soll die Muster und Strukturen im Boden aufzeichnen und so eine Standortbestimmung ermöglichen. Durch vier zusätzliche LEDs wird sichergestellt, dass die Erkennung auch bei Dunkelheit funktioniert.

In unserem Test gelang das dem Hom-Bot ganz wunderbar. Ließen wir ihn beispielsweise nachts bei eingeschalteter Raumbeleuchtung fahren, störte sich der Hom-Bot kaum daran, wenn wir plötzlich das Licht ausschalteten. Eine leichte Unsicherheit ließ sich aber doch erkennen. Der Saugroboter zog seine Bahnen nicht mehr ganz so selbstsicher und musste in Sachen Spurhaltung ein paar mal nachkorrigieren. Die erschwerten Bedingungen führten allerdings nicht dazu, dass Stellen mehrfach abgefahren oder gar vergessen wurden. Zugegeben hatten wir damit aber auch beim Hom-Bot 2.0 keine Probleme. Was LG nun konkret an dem Dual-Eye-System verbessert haben will, konnten wir daher nicht feststellen.

Die Kameras sind jedoch nicht die einzigen Sensoren die im Hom-Bot Square zum Einsatz kommen. Da diese nach oben und nach unten gerichtet sind, dienen sie zwar der Orientierung im Raum, allerdings nicht der Erkennung von Hindernissen. Ohne weitere Sensoren würde der Hom-Bot in jedes Hindernis hineinfahren, welches sich ihm in den Weg stellt. Dem kommt LG mit drei Ultraschallsensoren im vorderen Bereich des Saugroboters bei. Das ist beachtlich und leider eine Seltenheit bei Saugrobotern. In der Regel setzen die Hersteller hierfür auf die in der Herstellung günstigeren Infrarotsensoren. Dabei hat Ultraschall einige Vorteile: So wird dunkles Mobiliar, als auch Glasscheiben stets erkannt. Ein schwarzes Sofa stellt für viele Staubsauger Roboter bereits eine Herausforderung dar. Der dunkle Bezug absorbiert die Infrarotstrahlen, wodurch das Sofa für den Roboter unsichtbar bleibt. Die Folge: Der Saugroboter fährt ungebremst in das Hindernis. Ebenso kann es sich mit Glasscheiben verhalten die bis auf den Boden reichen und das Licht nicht stark genug reflektieren. Auch Staub auf den Sensoren führt zum “Erblinden” des Roboter und kann sich negativ auf sein Verhalten auswirken. Staubsauger Roboter wie der Hom-Bot 3.0 sind hier weniger anfällig. Es gibt also durchaus gute Gründe, die für diese Technik sprechen.

Das Vorgängermodel LG Hom-Bot 2.0Im Gegensatz zu den Modellen von iRobot oder auch dem Kobold VR100 von Vorwerk besitzt der Hom-Bot 3.0 wie schon seine Vorgänger keinen beweglichen Bumper. Bei einem Bumper handelt es sich um eine Art Stoßstange die im Falle einer Kollision den Aufprall abfedern soll und durch spezielle Sensoren die Erkennung von Hindernissen unterstützt. LG vertraut hier voll auf die bereits erwähnten Ultraschallsensoren und in den meisten Fällen sind diese auch vollkommen ausreichend. Allerdings werden damit nur Hindernisse ab einer bestimmten Höhe erkannt. So konnte der Hom-Bot in unserem Test einen sehr niedrigen Türstopper nicht erfassen. Dennoch erkannte der Saugroboter – trotz fehlendem Bumper – recht schnell, dass es eine Kollision gab und umfuhr daraufhin das Hindernis.

Treppenstufen und Absätze erkennt der Hom-Bot problemlos. So ist sichergestellt, dass er nicht unbeabsichtigt runterfällt. Kleinere Höhenunterschieden z.B. an Raumübergängen werden hingegen korrekt als solche erkannt und überfahren.

LG hat dem Hom-Bot 3.0 gleich mehrere Reinigungsmodi verpasst. Am interessantesten dürften dabei der Zick-Zack-, sowie der Cell-by-Cell-Modus sein. Im Zick-Zack-Modus fährt der Saugroboter den Raum – wie der Name schon sagt – in einem Zick-Zack-Muster ab. Das geht sehr schnell, dafür wird im Zweifel nicht jede Kante gereinigt. LG empfiehlt diesen Modus besonders für größere Räume, die wenig Mobiliar oder andere Hindernisse beinhalten.

Im Cell-by-Cell-Modus umfährt der Hom-Bot zunächst einen kleinen Bereich von ca. 3×3 Metern ab, um anschließend das Innere wieder im Zick-Zack-Muster abzufahren. Zwar sollen dadurch die Raumkanten etwas sauberer werden und der Saugroboter besser mit kleineren, zugestellten Räumen zurecht kommen, bei uns hat sich der Hom-Bot Square allerdings eher schwer getan. So fuhr er einzelne Stellen teilweise mehrfach ab und machte generell einen leicht verwirrten Eindruck. Ggf. wird dieses Problem mit einem Software-Update gelöst.

Als Neuerung stellt LG beim Hom-Bot 3.0 insbesondere den sogenannten Lernmodus heraus. Dabei handelt es sich nicht wie man vermuten könnte um einen eigenen Fahrmodus. Vielmehr lernt der Hom-Bot – unabhängig von Zick-Zack- oder Cell-by-Cell-Modus – bei jedem Reinigungsvorgang von seiner Umgebung dazu. So sollen schwierige Situationen bei denen sich der Saugroboter festfährt oder an Hindernissen anstößt “gelernt” werden, um diese neuralgischen Punkte künftig zu meiden. Wir stellten uns die Frage, wann der Hom-Bot denn ausgelernt hat und wie es sich mit dem abwechselnden Einsatz in unterschiedlichen Umgebungen, z.B. auf auf zwei Etagen verhält. Leider finden sich hierzu in der Bedienungsanleitung kaum Informationen. Mittlerweile konnten wir durch einige Recherche herausfinden, dass der Hom-Bot 3.0 nur dazu lernt, wenn er von der Basisstation gestartet wird. Auch wird das einmal gelernte erst dann wieder “vergessen”, wenn man einen Reset des Staubsauger Roboters durchführt. Zugegebenermaßen hatte uns der Lernmodus zunächst nicht überzeugt. So konnten wir nach einigen Reinigungsvorgängen eher eine Verschlechterung feststellen. Statt Kollisionen zu vermeiden traten diese nun häufiger als zu Anfang auf. Mittlerweile hat LG dieses Problem aber gelöst. So konnten wir nach dem letzten Firmware Update das beschriebene Verhalten nicht mehr feststellen. Dennoch ist der Lernmodus eher enttäuschend. Eine wirkliche Verbesserung ließ sich auch nach mehreren Reinigungsläufen kaum erkennen. Wir hatten uns davon deutlich mehr versprochen.

Nicht unerwähnt lassen möchten wir die automatische Wiederaufladung während eines Reinigungsvorgangs. So ist der Hom-Bot 3.0 bei erschöpftem Akku in der Lage vollautomatisch zu seiner Ladestation zurückzukehren, um neu aufzuladen und den Saugvorgang anschließend an der zuletzt gesäuberten Stelle fortzusetzen. Unser Staubsauger Roboter hielt dabei erstaunlich lange durch. Dank des gut dimensionierten Lithium-Polymer-Akkus musste der Hom-Bot erst nach ca. 75 Minuten zurück zum “Auftanken”. Auch die hohe Geschwindigkeit mit der der Saugroboter unsere Räumlichkeiten abarbeitete hat uns überrascht. So war der Hom-Bot deutlich schneller fertig als andere von uns getestete Roboter. Und das ohne Stellen auszulassen. Daher ist dieser Staubsauger Roboter vor allem auch für größere Haushalte interessant.

Reinigungsergebnis

Der Hom-Bot 3.0 ist der erste Saugroboter von LG der auch explizit für Teppiche geeignet sein soll. Die Vorgängermodelle hatten weder die richtigen Bürsten noch genug Saugkraft um einen verschmutzten Teppich zu reinigen, falls sie es überhaupt soweit schafften. Denn Teppiche mit einer Kantenhöhe von ca. 1,5 cm stellte für die Hom-Bots der alten Generation eine teils unüberwindbare Hürde dar. Der neue Hom-Bot soll es besser machen, zudem legt LG dem Modell VR 6270 eine spezielle Teppichbürste bei. Aus diesem Grund haben wir uns zunächst der Performance auf Kurz- und Langfloorteppichen gewidmet.

DetailansichtDas Ergebnis ist wie bei vielen Staubsauger Robotern durchwachsen. Auf dem Kurzflor kam der Hom-Bot grundsätzlich gut zurecht. Teppichkanten wurden anstandslos erklommen und auch die Fortbewegung ohne mit den Borsten im Flor hängen zu bleiben funktionierte tadellos. LG hat dem Hom-Bot zudem eine sogenannte “Smart Turbo”-Funktion spendiert. Smart Turbo bedeutet, dass der Saugroboter bei “schwierigem” Untergrund automatisch einen Turbomodus einschalten und damit die Drehzahl der Hauptbürste erhöhen kann. Ein Anwendungsfall für den Turbo ist tatsächlich die Fahrt über Teppich. In unserem Test hat der Staubsauger Roboter anstandslos Teppiche erkannt und den Turbo angeworfen. Tatsächlich dauerte es immer ca. eine Sekunde bis der Hom-Bot erkannte, dass er nun auf Teppich unterwegs war. Da er aber nach dem Erklimmen des Teppich bis dahin nur wenige Zentimeter Weg zurückgelegt hat, ist dieses Verhalten allemal zu verschmerzen. Die erhöhte Drehzahl des Turbos macht sich dann durch eine lautere Geräuschkulisse bemerkbar.

Noch besser wurde das Ergebnis, wenn wir die beim VR 6270 beigelegte Carpet Master-Bürste verwendeten. Diese Spezialbürste hat deutlich härtere Borsten, die beim Durchkämmen des Teppichflors nicht so schnell umknicken. Und in der Tat konnte der Hom-Bot so noch mehr Schmutz aufnehmen.

Wie so oft ist die Leistung auf Langflorteppichen auch bei diesem Staubsauger Roboter verbesserungsbedürftig. Man merkte dem Hom-Bot Square sofort an, dass solche Teppiche ein schweres Stück Arbeit sind. Nicht selten endete die Fahrt damit, dass der Saugroboter sich festgefahren hatte. Von einer gleichmäßigen Reinigung kann da gar nicht die Rede sein. So können wir auch dem Hom-Bot 3.0, wie schon so vielen anderen kein gutes Zeugnis für Teppiche mit einem Flor über zwei Zentimetern ausstellen.

Auf Hartböden weiß der Saugroboter jedoch zu glänzen. Wie schon beim Hom-Bot 2.0 ist am Reinigungsergebnis auf Laminat, Parkett und PVC nicht viel auszusetzen. Ein kleines Manko stellt die Drehgeschwindigkeit der beiden Seitenbürsten dar. In unserem Test schaffte es der Hom-Bot immer wieder den ein oder anderen Krümel mit einer der Seitenbürsten so weit zur Seite zu schleudern, dass dieser in einem bereits gesäuberten Bereich liegen blieb. Lässt man den Hom-Bot Square jedoch täglich fahren sollte dieses Manko nicht allzuschwer wiegen. Im zweiten Anlauf wurde in aller Regel auch der widerspenstigste Schmutz erfasst. Anlass zur Kritik gab nur die Leistung auf gefliesten Untergrund. Während die Fliesen selbst sehr gut gereinigt wurden, sind es die Fugen die den Hom-Bot 3.0 vor Herausforderungen stellen. Je nach Fugentiefe wird nicht jeder Schmutz erreicht. Kleine Steinchen konnte der Staubsauger Roboter aus einer tiefen Fuge auch nach mehreren Überfahrten nicht aufnehmen. Positiv ist uns hingegen die angepasste Fahrweise auf Natursteinfliesen und Feinsteinzeug aufgefallen. Normalerweise ist dieser Untergrund etwas uneben, worauf der Hom-Bot allerdings ganz souverän mit einer angepassten, langsameren Fahrgeschwindigkeit reagiert, was wiederum zu einem Plus in Sachen Gründlichkeit führt.

Begeistert hat uns der Hom-Bot 3.0 in den Raumecken. Schon häufig haben wir uns gefragt, warum das Gros der Saugroboter rund sein muss. Eine vollständige Reinigung von Raumecken ist dadurch Prinzipbedingt nicht möglich. Beim Auspacken des Hom-Bots sind uns neben der quadratischen Form, direkt auch die für einen Staubsauger-Roboter ungewöhnlich langen Seitenbürsten aufgefallen. Und tatsächlich hat LG gut daran getan den Aufbau des Saugroboters zu überdenken. In rechtwinkeligen Ecken bleibt nun kaum ein Staubkorn liegen. Nur ca. 2-3mm der Fläche in Ecken bleiben unberührt. Das macht den Hom-Bot Square zum besten Saugroboter für Zimmerecken den wir je getestet haben! Selbst der Vorwerk Kobold VR100 hat trotz zielgerichtetem Manövrieren nicht so gründlich in Ecken reinigen können wie der Hom-Bot 3.0. Was vor allem der besseren Platzierung der Seitenbürsten an den Gehäuseecken geschuldet ist.

Der LG Hom-Bot 3.0Insgesamt hat uns die Reinigungsleistung des Hom-Bots überzeugt. Umso beeindruckender ist das Ergebnis, wenn man sich vor Augen führt, dass dieser Saugroboter mit knapp 60 dB arbeitet. Zum Vergleich: Die meisten Konkurrenten sind so laut, dass weder ein Telefonat, noch ein entspanntes Zurücklehnen und Fernsehen möglich ist, wenn der Roboter im selben Raum bei der Arbeit ist. Beim Hom-Bot ist beides trotz seiner Anwesenheit problemlos möglich. Alljene denen die Lautstärke egal ist (z.B. weil sie gar nicht Zuhause sind, wenn der Hom-Bot fährt) und stattdessen erhöhten Wert auf Gründlichkeit legen, machen mit dem Hom-Bot ebenfalls nichts falsch. So kann auf Wunsch der Smart Turbo kurzerhand in eine permanente Turbo-Funktion per Tastendruck umgeschaltet werden. Der Staubsauger Roboter fährt dann auf jedem Untergrund mit der maximalen Drehzahl, was zwar lauter, dafür aber einem noch besseren Reinigungsergebnis zuträglich ist.

Wartung

Die Wartung dieses Staubsauger-Roboters hat uns zwiegespalten. Zunächst aber das Positive: Wie schon beim Vorgängermodell wird der Staubbehälter des Hom-Bot 3.0 von oben entnommen. Die Abdeckklappe auf der Oberseite ist leicht zu öffnen, so dass der Behälter am hierfür vorgesehen Tragegriff herausgehoben werden kann. Auch das Entleeren ist im Vergleich z.B. zu den Navibots von Samsung eine saubere Angelegenheit. Der Schmutzbehälter ist fest verschlossen und besitzt am Einsaugschlitz eine Rückschlagklappe. So wird das ungewollte Austreten des eingesammelten Staubs verhindert. Darüber hinaus wird auch der Staubbehälter selbst von oben und nicht von der Seite geöffnet. Klingt simpel ist in Summe allerdings ein deutlich durchdachteres System als das was die Konkurrenz zu bieten hat. Nicht nur einmal ist es uns passiert, dass beim Entleeren eines Saugroboters ein Teil des Drecks unbeabsichtigt wieder zu Boden ging.

Das was LG beim Staubbehälter richtig macht, misslingt allerdings bei der Bürste. Diese ist leider nicht so einfach wartbar. In unseren Tests hatte sich immer wieder eine gehörige Portion Haare in der Hauptbürste verfangen. Und damit meinen wir keine langen Haare, die sich um die Bürstenachse wickeln. Selbst kurze Haare von wenigen Zentimeter blieben zwischen den Borsten stecken. Auch die “Carpet Master”-Bürste des größeren Modells 6270 LVMB brachte keine Abhilfe. Hier rächt sich die niedrige Lautstärke und die damit verbundene geringe Saugkraft des Hom-Bots. Wie es richtig geht hat LG beim Vorgängermodell, dem Hom-Bot 2.0 bewiesen. Statt Borsten hat man hier auf Gummilamellen gesetzt, welche dieses Problem konstruktionsbedingt nicht haben. Wer jetzt hofft diese Bürste in den Hom-Bot Square einbauen zu können, dem sei gesagt dass LG mit der neuen Generation leider auch die Bürstenlänge verändert hat. Es hilft also nichts, außer sich damit abzufinden, dass einen an der Stelle ein Stück mehr Wartungsaufwand erwartet. Immerhin legt LG ein praktisches Werkzeug bei, welches genau für den Zweck – der Bürstenenthaarung – konzipiert wurde. Mit ein wenig Geschick funktionierte das bei uns recht gut.

Bedienung

Die Bedienung des Hom-Bots ist gelungen. So besitzt der Hom-Bot selbst nur wenige Tasten über die das Gerät gestartet und programmiert werden kann. Die meisten Funktionen müssen über die mitgelieferte Fernbedienung eingestellt werden.

Neben der Möglichkeit zwischen den einzelnen Modi hin und herzuschalten, kann auch optional der Smart-Turbo in einen permanenten Turbo-Modus umgestellt werden. So saugt der Hom-Bot Square durchgehend mit höherer Bürstendrehzahl. Zudem lassen sich tägliche Reinigungszeiten über den Timer einprogrammieren. Hier hat LG mittlerweile nachgebessert. Stand beim Hom-Bot 2.0 nur ein Countdown mit verzögerter Startzeit zur Verfügung, können beim Hom-Bot 3.0 auf Wochentagsbasis individuelle Uhrzeiten eingestellt werden. So kann beispielsweise festgelegt werden, dass der Staubsauger-Roboter von Montags bis Freitags saugen soll und nur am Wochenende Pause hat. Ebenfalls können für die einzelnen Tage unterschiedliche Startzeiten angegeben werden.
Ein weiteres neues Feature des Hom-Bots ist die sogenannte “Smart Diagnosis”-Funktion. Diese soll helfen etwaige Probleme mit dem Gerät zu erkennen. Ein Knopdruck auf der Fernbedienung genügt und der Hom-Bot führt einen Rund-um-Check durch. Anschließend gibt er über die Sprachausgabe eindeutige Informationen, wenn etwas nicht stimmt, weil z.B. die Bürste blockiert ist oder Sensoren verschmutzt sind.

Preis

Der Preis des Hom-Bot 3.0 hängt stark davon ab für welche Version man sich entscheidet. Der 6260 LVM ist im Vergleich zum “großen Bruder” – dem 6270 LVMB – um ca. 100 € deutlich günstiger. Der einzige Unterschied liegt in der Farbe des 6260 LVM und dass diese Version keine Carpet Master-Bürste mitbringt. Ob es einem dieser Aufpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Wir finden, dass die Preisschere hier zu weit auseinander geht und würden daher ganz klar den 6260 empfehlen.

Für all diejenigen, denen der 6270 LVMB dennoch besser gefällt haben wir einen Tipp parat. Derzeit werden die Hom-Bots in Italien deutlich unter dem deutschen Marktpreis gehandelt. Dort kostet der 6270 locker 100 € weniger als hierzulande. Das gilt auch für den 6260, wobei die Ersparnis hier deutlich geringer ist. Einziges Manko ist die etwas längere Versandzeit und die Tatsache, dass der Hom-Bot 3.0 italienisch spricht. Leider lässt sich die Sprache konfigurativ nicht einfach ändern. Für wen das kein Manko ist, der sollte zugreifen.

Fazit

Zusammenfassend können wir festhalten, dass uns der Hom-Bot 3.0 überzeugt hat. Vor allem das Verhältnis Lautstärke zu Reinigungsleistung hätten wir so nicht erwartet. LG schafft es einen Saugroboter zu bauen, der trotz einer sehr guten Reinigungsleistung, kaum störende Sauggeräusche verursacht. In diesem Punkt macht LG einen deutlich besseren Job als Konkurrent Samsung mit der Navibot-Serie. Die Reinigungsleistung ist bei den neuen Hom-Bot Modellen deutlich besser und die Geräuschkulisse haben wir auch als angenehmer wahrgenommen. Der Hom-Bot 3.0 erhält von uns dafür eine uneingeschränkte Empfehlung für Haushalte in denen permanent Menschen – z.B. aufgrund von Heimarbeit – vor Ort sind.

Ebenfalls positiv ist die Form der neusten Hom-Bot-Generation. Oft haben wir uns gefragt, warum Staubsauger Roboter eigentlich rund sein müssen. Das es auch anders geht zeigt der Hom-Bot 3.0. Durch die neue Form ist Staubsauger Roboter Klassenbester in Sachen Eckenreinigung.

Darüberhinaus ist die deutlich ausgereifter wirkende Kameranavigation des Hom-Bots im Vergleich zu den Navibot-Modellen erwähnenswert. Selbst Dunkelheit oder sich schnell ändernde Lichtverhältnisse konnten den Hom-Bot 3.0 nicht aus der Ruhe bringen.

In Europa zählt die LG Group neben Samsung zu den bekanntesten südkoreanischen Unternehmen. Hierzulande ist vor allem das Tochterunternehmen LG Electronics für seine umfassende Produktpalette im Bereich der Unterhaltungselektronik bekannt. Aber auch immer mehr Haushaltsgeräte finden sich im Portfolio des Konzerns wieder. So bietet LG mittlerweile neben Smartphones, Flachbildfernsehern und Blu-Ray-Playern auch Waschmaschinen, Wäschtrockner und Staubsauger Roboter an.